10 Features für eine erfolgreiche Steuererklärung per App

10 Features für eine erfolgreiche Steuererklärung per App

Laut dem digitalen Steuerportal des Bundes ELSTER wurden 2021 31,6 Millionen Steuererklärungen in elektronischer Form übermittelt. Eine enorme Anzahl, bedenkt man, dass es vor zehn Jahren nicht einmal zehn Millionen waren. So erklärt sich auch die steigende Nachfrage nach und das vermehrte Angebot an digitalen Lösungen für Steuerbescheide.

Das wohl bekannteste Angebot ist das ELSTER Portal des Bundes selbst. Dieses ist zwar kostenlos, aber für Nutzer:innen auch sehr unintuitiv gestaltet. Beim Ausfüllen der Steuerklärung kommt so häufig Frust auf, da Anwender:innen viele verwendete Begrifflichkeiten nachschlagen müssen und nicht aktiv auf Ausgaben hingewiesen werden, die von der Steuer abgesetzt werden können. Immer mehr Menschen greifen daher bei der Erstellung der Steuererklärung auf Apps zurück, die sie bei der leidigen Aufgabe unterstützen.

Die Hürden zur Nutzung einer Steuer-App liegen dabei höher, als bei anderen Anwendungen, da Bürger:innen meist keine Lust haben sich dem Thema “Steuern” auseinander zu setzen. Daher sollten Steuer Apps folgende Features mitbringen, um für Nutzer:innen attraktiv zu sein:

1. Klare Angaben zu potenziellen Nutzer:innen

Nicht jede Steuer-App ist für jede:n Nutzer:in geeignet. Apps für Selbstständige brauchen andere Funktionen als solche für Studierende oder Arbeitnehmer:innen. Daher sollten Anbieter klar kommunizieren, für wen ihre App gedacht ist. Denn nichts ist ärgerlicher, als sich für eine Anwendung zu entscheiden, ein Profil anzulegen und gegebenenfalls bereits mit dem Ausfüllen der erforderlichen Angaben begonnen zu haben, um dann festzustellen, dass diese den eigenen Bedürfnissen nicht gerecht wird. Eine entsprechende Beschreibung im App-Store oder beim Anlegen eines Accounts können hier bereits Abhilfe schaffen und eine gute Experience fördern.

2. Nachvollziehbares Pricing

Die meisten Anwender:innen nutzen Steuer-Apps, um Geld zu sparen. Daher ist das Pricing hier ein besonders sensibler Selling-Point. Am Ende soll von der berechneten Rückerstattung schließlich genug Geld übrig bleiben, um den Zeitaufwand und den Kauf des Tools zu rechtfertigen – besonders bei Nutzer:innen, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Anbieter sollten daher die Kosten der Nutzung von Anfang an klar herausstellen. Modelle, die erst ab einer bestimmten Höhe der Steuerrückerstattung kostenpflichtig sind, können hier eine gute Lösung darstellen.

3. Intuitives Interface

Nutzer:innen greifen vermehrt zu kostenpflichtigen Steuer-Apps von Privatanbietern, da das staatliche Angebot ELSTER ihnen zu unübersichtlich und unintuitiv in der Bedienung ist. Die wenigsten Anwender:innen navigieren sich sicher durch das deutsche Steuersystem. Daher ist ein intuitives, leicht zu erfassendes Interface eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der eigenen App.

4. Proaktive und lineare Führung durch Prozess

Beim Ausfüllen der Steuererklärung stolpern Bürger:innen über eine Unmenge an Formularen und Paragraphen. Dabei ist häufig schwer zu identifizieren, welche Formulare von wem auszufüllen sind und wie diese aufeinander aufbauen. Steuer-Apps sollten Anwender:innen daher möglichst linear durch den Prozess führen, um Verwirrung zu vermeiden und Fragen sowie Formulare überspringen, die aufgrund der bisherigen Angaben für Nutzer:innen irrelevant sind.

5. Hilfe-/Erklärungsfunktionen

Auch das “Beamtendeutsch” in Steuererklärungen führt bei Bürger:innen immer wieder zu Verwirrungen. Fragen und Paragraphen sind so häufig unverständlich und werden zur Erklärung lieber noch einmal gegoogelt. Ärgerlich, denn dies kostet Zeit und führt manchmal nicht direkt zum gewünschten Ergebnis. Daher ist es von Vorteil, wenn Steuer-Apps Fragestellungen entweder direkt klarer formulieren, oder Hilfestellungen direkt in der App anbieten, um den Prozess möglichst schlank zu halten.

6. Single-Source-of-Truth-Lösung

Um das Einreichen der Steuererklärung durch Steuer-Apps einfacher zu gestalten, sollten Nutzer:innen nicht zwischen unterschiedlichen Lösungen und Quellen springen müssen, um alle notwendigen Informationen zu erhalten. Steuer-Apps, die es schaffen sich als Single-Source-of-Truth-Lösung für Bürger:innen zu etablieren, haben einen starken Wettbewerbsvorteil.

7. Schnittstelle zum Finanzamt

Steuererklärung fertig ausgefüllt? Jetzt bitte erst einmal herunterladen, ausdrucken und einschicken oder digital wieder in ELSTER hochladen. Dieser Prozess ist für Nutzer:innen nicht nur aufwendig, sondern auch äußerst umständlich. Auch das Hochladen der Einkommensnachweise ist aufwendig und zeitraubend, besonders, wenn diese beim Finanzamt ja bereits zum Abrufen bereitliegen. Eine direkte Schnittstelle zum Finanzamt garantiert dagegen eine einwandfreie Übermittlung der Daten und einen einfachen Prozess.

8. Übermittlung und Auslesen von Schriftdokumenten

Neben den Formularen umfasst eine Steuererklärung auch eine große Anzahl an Zahlungsnachweisen, Angaben zu Vermögenswerten und anderen Dokumenten, die an das Finanzamt übermittelt werden müssen. Um hier eine Übermittlung zu erleichtern, sollte es möglich sein, die Dokumente direkt in der Steuer-App zu hinterlegen. Ein weiterer Pluspunkt ist es, wenn Apps auch dazu in der Lage sind, Dokumente auszulesen und die übertragenen Werte automatisch in der Steuererklärung einzutragen.

9. Prüfung auf Plausibilität

Aus versehen eine Null zu viel eingetippt, Kostenpunkte an der falschen Stelle angegeben – solche Fehler können schnell zu Problemen bei der Überprüfung der Steuererklärung führen. Steuer-Apps sollten daher die Angaben generell auf Plausibilität überprüfen und Nutzer:innen auf mögliche Fehler hinweisen, um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden und Kund:innen eine rundum positive User-Experience zu bieten.

10. Fehlerfreie Angaben und Übermittlung

Am Ende zählt bei einer Steuererklärung vor allen Dingen die Richtigkeit der Daten. Falsche Angaben, fehlende Informationen und veraltete Formulare können zu empfindlichen Strafen für Bürger:innen führen. Steuer-Apps sollten daher in erster Linie eins sein: Fehlerfrei! So kommt es sicher zu keiner bösen Überraschung beim nächsten Brief vom Finanzamt.

Fazit

Umso benutzerfreundlicher Steuer-Apps gestaltet sind, desto höher ist am Ende auch ihr Erfolg. Anbieter, die darauf achten, eine intuitive und vertrauenswürdige Lösung zu schaffen, haben großes Potenzial auf Erfolg auf einem stark wachsenden Markt.

Dabei stellen besonders die unterschiedlichen Anforderungen der sehr diversen Zielgruppe eine große Herausforderung dar. Um hier Produkte möglichst nah am Use-Case zu entwickeln, bietet Applause die Möglichkeit Steuer-Apps an diversen Zielgruppen zu testen und das Produkt so immer weiter zu verbessern. Mehr Informationen zum Angebot von Applause finden sie hier.

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Eva Stepkes
Deep Tech Kommunikationsberaterin
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